Warum wir keine Geweihstangen verkaufen

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Warum wir keine Geweihstangen verkaufen

Warum wir keine Geweihstangen verkaufen

Immer noch sehr beliebt sind Geweihstangen von Rehen und Hirschen für Hunde. Der romantische Hundebesitzer denkt jetzt an Abwurfstangen, die im Herbst und Winter eventuell von Jägern und Förstern im Wald eingesammelt werden. Dem ist leider nicht so, die Vermarktung von Geweihstangen ist rein industriell. Hauptexporteur ist Neuseeland, aber auch die USA, Großbritannien und Irland betreiben sogenannte "deer farms", in denen hunderte von Hirschen in großen Gehegen leben, bis sie dann für den Fleischkonsum geschlachtet werden. Somit ist das Geweih hier ein klassischer Schlachtabfall. Nicht selten legen Geweihe eine große Strecke zurück, bis sie bei uns im Tierbedarfshandel landen. Daneben gibt es auch einen Industriezweig, der mit der samtigen, stark durchbluteten Basthaut, dem sogenannten Hirschsamt, handelt. In der EU zwar verboten, aber z. B. in Neuseeland erlaubt, ist das Absägen des Geweihs bei vollem Bewusstsein des Tieres zur Gewinnung des Rohstoffs. Dieser findet, reich an Mineralien, Kollagen und Lipiden in Ayurveda, chinesischer Medizin oder auch im Sportbereich Verwendung.

Außerdem: Geweihstangen sind, anders als allgemein verbreitet kein Horn, sondern es handelt sich hierbei um Knochen. Hörner wachsen auf Rinderköpfen und sind ziemlich weich. Der Hund kann hier relativ gefahrlos darauf herumkauen und einspeicheln. Das Geweih als Knochen ist hart und birgt so allerlei Gefahren. Nicht alle Hunde können Knochensubstanz gut verdauen. Einige bekommen den sogenannten Knochenkot, einen sehr hellen und harten Kot. Knochenstücke können verschluckt werden und die Speiseröhre verletzen oder blockieren. Ebenso werden diese Knochenstücke oder -splitter mit ausgeschieden. Mitunter kann es hier zu Verletzungen im Verdauungstrakt oder gar zum Darmverschluss kommen. Also sollten Hunde, die sowieso keine Knochen vertragen, schon gar nicht mit Geweihabschnitten gefüttert werden.

Mitunter sind Geweihabschnitte nicht so hart wie z. B. Teile von Röhrenknochen, aber die Knochenrinde ist trotzdem für einen Hund kaum zu durchbeißen. Versucht wird es doch, meistens mit den Backenzähnen. Unschöne Zahnabbrüche oder Frakturen können die Folge sein. Hier ist Vorsicht geboten! Nicht immer ist eine Fraktur oder ein Haarriss für Herrchen oder Frauchen erkennbar. Für den Hund kann das aber furchtbare Schmerzen bedeuten. Entzündungen können durch Bakterien entstehen. Bitte beobachten Sie hier Ihren Hund und lassen Sie ihn bei extremen Verhaltensveränderungen vom Tierarzt untersuchen.

Zwar kann man sicher sein, dass kein Tier nur für die Gewinnung von Geweihenden für Hunde sterben musste, jedoch sollte, neben dem gesundheitlichen Aspekt, auch die Herkunft dieses beliebten Hundesnacks hinterfragt und geprüft werden.

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